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Pfarrkirche St. Pius, Ingolstadt

Fotos: Donaukurier, Johannes Hauser, Helmut Reuter, Martin Geistbeck

Die Gesamtanlage

„Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen!“ Offb 21, 3

Im Jahr 1957 wurde der Ingolstädter Architekt Josef Elfinger mit der Planung einer Kirche im Nordwesten der Stadt beauftragt. Angeregt durch die liturgische Bewegung, die modernen Kirchenbauten sowie das Pantheon und die Peterskirche mit ihrer Kuppel in Rom konzipierte Josef Elfinger einen runden Zentralbau in Form einer halbkugelförmigen Kuppel. Nach einer kurzen Bauzeit wurde am 31. August 1958 die Piuskirche durch den damaligen Eichstätter Bischof Josef Schröffer eingeweiht.

In die Halbkugel schneiden hohe schmale Fenster wie die Zacken einer Krone ein. Die Krone erinnert an den Leitspruch des Kirchenpatrons Papst Pius X. (1835 – 1914): „Alles in Christus erneuern.“ Sie ist auch Bild für das Reich Christi, dessen Haupt Jesus Christus ist.

Der Rundbau bildet einen Kontrast zu den rechteckigen Wohnblöcken im Piusviertel und wirkt zugleich einladend als Wohnung Gottes mitten unter den Menschen – auch durch den halbrunden, leicht zugänglichen Vorplatz vor der Kirche und durch den Brunnen gegenüber.

Der Glockenturm (32 m) wurde als freistehender Campanile an der Straße errichtet. Die Einweihung der Glocken für das fünfstimmige Geläute fand am 8. Dezember 1963 statt. Pfarrhaus, Pfarrheim und Seitenkapelle mit Sakristei sind an den Kirchenbau angeschlossen. So entsteht eine interessante Gesamtanlage aus elementaren geometrischen Formen.

Der Raum

„Er birgt mich in seinem Haus.“ Ps 27, 5

Betritt man die Piuskirche von einer der drei Eingangstüren im Westen, befindet man sich unter der runden Orgelempore, die auf vier Rundsäulen ruht.

Geht man weiter in den Kirchenraum, öffnet sich der Blick auf die beeindruckende Kuppel in exakter Halbkugelform (Ø 32 m, Höhe 16 m). 40 viertelkreisförmige Stahlbetonrippen münden in einen Betonring. Diese wurden beim Bau der Kirche als Erstes mit Hilfe eines Gerüstes in der Mitte aufgestellt und dann mit Gasbetonplatten abgedeckt.

Wer in die Mitte der Kirche tritt, kann die faszinierende und irritierende Akustik dieses Kuppelbaus erleben.

Trotz der Kreisform ist die Kirche gerichtet: Der Altarraum befindet sich im Osten, in Richtung der aufgehenden Sonne, dem Symbol für den auferstandenen und wiederkommenden Jesus Christus (= traditionelle Gebetsrichtung der Christen).

Die vier Bankblöcke sind dementsprechend als Rechtecke in den Kreis einbeschrieben und bieten Sitzplätze für 600 Personen.

Die liturgischen Orte

„Ich will zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude.“ Ps 43,4

Wenn sich die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt, schaut sie auf das Bronzekreuz mit dem auferstandenen Christus als König (Entwurf: Matthäus Bayer; Ausführung: Albert Göttler).
Der Altar aus grünem Granit (von Blasius Gerg) erinnert zugleich an einen Opferstein und einen Tisch. An dieser Gestalt des Altares wird sichtbar, was in der Kirche vor allem am Sonntag im Auftrag Jesu beim Gottesdienst gefeiert wird: Das Lebensopfer Jesu am Kreuz zur Vergebung der Sünden wird gegenwärtig und die Gläubigen erhalten daran Anteil im Mahl.

Der Tabernakel (lat. = Zelt) aus Bronze mit neun eingelassenen Edelsteinen ist Ort der bleibenden Gegenwart Jesu unter uns. Hier wird die Eucharistie aufbewahrt zur Anbetung und zur Stärkung für die Kranken und Sterbenden der Gemeinde.

Das Bronzerelief am Ambo (von Blasius Gerg) zeigt Jesus bei der Bergpredigt (vgl. Mt 5–7) und die Menschen, die ihm zugewandt stehen und lauschen. So wird von diesem erhöhten Ort aus das Wort Gottes der Gemeinde verkündet.

Auf dem Rand des Taufbeckens aus Bronze (Entwurf: Matthäus Bayer; Ausführung: Albert Göttler) steht die Taufformel „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ in lateinischer Sprache. Die Übertragung des Taufsteins 1983 aus der Seitenkapelle in die Kirche drückt auch ein vertieftes Bewusstsein der Taufe aus. Sie ist das Grundsakrament, durch das ein Mensch vom Bösen gereinigt wird und das Leben Gottes empfängt: die Gemeinschaft mit dem dreieinen Gott in der Gemeinschaft der Kirche. Deshalb ist die Tauffeier nicht nur private Familienfeier, sondern geht die ganze Pfarrgemeinde an. Die Figur beim Taufbecken zeigt Johannes den Täufer.

Das Rund des Kirchenbaus hat etwas Mütterlich-Bergendes. Auch die Steinguss-Madonna im gotischen Stil aus dem Bestand des Eichstätter Diözesanmuseums spricht die Sehnsucht der Menschen nach weiblicher Wärme und Zuwendung an. So kommen viele Menschen aus ihrem Alltag zum Atemholen in die Piuskirche, suchen die Stille und das Gebet, tragen ihre Nöte und Sorgen vor die Muttergottes und zünden ein Licht an.

„Jede Kirche muss ‚betend‘ sein, auch wenn dort gerade keine liturgische Feier stattfindet; sie muss der Ort sein, an dem man mitten in einer unruhigen Welt den Herrn in Frieden finden kann.“ (Max Thurian, Bruder von Taizé)

Das Licht

Das künstlerisch Herausragendste in der Kirche St. Pius sind die Glasfenster von Max Wendl aus Prien am Chiemsee. Der Künstler hat die bunten Gussglasbrocken selbst ausgesucht und behauen, dann zu einem Mosaik angeordnet, mit Draht armiert und mit Betonmasse verbunden.

Die zwei Fenster in der Mitte des Altarraums zeigen Jesus, der dem Apostel Petrus die Schlüssel übergibt (Mt 16,19) und seine Schafe anvertraut (Joh 21).

Rechts davon ist der Kirchenpatron, Papst Pius X., im einfachen Messgewand abgebildet, wie er gerade die Eucharistie reicht, vor ihm Kinder. Diese Darstellung erinnert an seine Einfachheit und an seinen seelsorglichen Dienst. Außerdem führte er die Kinderkommunion ein und ermutigte alle Gläubigen dazu, die Kommunion häufig zu empfangen und daraus zu leben.

Links ist Papst Pius V. zu sehen. Während er in der einen Hand den Rosenkranz hält, deutet er mit der anderen nach oben auf Maria mit dem Kind. Das Motiv der Dreimal Wunderbaren Mutter verweist auf das Ingolstädter Münster, deren Tochtergründung die Piuskirche ist.

Die weiteren Glasfenster im Kirchenrund zeigen die 14 Kreuzwegstationen. Die Anordnung der Bilder von der Verurteilung durch Pilatus bis zur Grablegung verläuft in Schwüngen und bringt Bewegung in den Raum. Die rote Farbe des Kreuzes erinnert an Blut und Liebe und symbolisiert die liebende Hingabe Jesu bis zum Äußersten.

Durch die vielen Fenster im gesamten Kirchenraum ergeben sich – je nach Tageszeit – interessante Lichtwirkungen und verweisen auf den, „der in unzugänglichem Licht wohnt“ (1 Tim 6, 16).

Die Seitenkapelle

„Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.“ Lk 1, 46

Eine kleine Werktagsgemeinde versammelt sich regelmäßig in der Seitenkapelle zum Rosenkranzgebet und zur Feier der Tagzeitenliturgie. Das spätgotische große Kreuz, aus Privatbesitz gestiftet, lädt dazu ein, die Nähe Jesu zu suchen und sich mit seinen Freuden und Sorgen an ihn zu wenden.

An den Wendepunkten des Tages (am Morgen und Abend) feiert die Kirche Jesus Christus, das Licht der Welt – das Licht, das keinen Abend kennt. Das Auferstehungsfenster der Seitenkapelle erinnert die Beter daran.

Die frühbarocke Pieta aus Holz stammte ursprünglich aus dem säkularisierten Kloster Marienstein und wurde von Familie Bayer aus Dollnstein dem ersten Pfarrer der Gemeinde, Pfarrer Johann Harrer, 1958 vermacht.
An der Wand findet sich eine kleine Figur des hl. Antonius von Padua – Zuflucht nicht nur für jene, die etwas verloren haben.

Pfarrei Ingolstadt St. Pius

Richard-Wagner-Straße 26,
85057 Ingolstadt,
Telefon: 0841 81747,
Fax: 0841 84360,
E-Mail: st.pius.in(at)bistum-eichstaett(dot)de,

Öffnungszeiten Pfarrbüro:
Dienstag, Mittwoch, Freitag von 8.30 - 12.00 Uhr,
Donnerstag von 13.30 - 17.00 Uhr,

Leiter:
Pfarrer Martin Geistbeck,
E-Mail: mgeistbeck(at)bistum-eichstaett(dot)de

Gebet und Gottesdienst

Heilige Messen:

Samstag: 18.00 Uhr (1. Oktober - 1. April), sonst 19.00 Uhr;
Sonntag: 10.00 Uhr,

Dienstag: 8.00 Uhr,
(unter beiderlei Gestalt: Leib und Blut Christi),
Mittwoch: 16.30 Uhr Kapelle des Seniorenheimes St.Pius, Gabelsbergerstr. 46,
Donnerstag: 18.00 Uhr (1. Oktober - 1. April), sonst 19.00 Uhr,
Freitag: 18.00 Uhr (1. Oktober - 1.April), sonst 19.00 Uhr,

Morgenlob/Abendlob:

Montag: 18.00 Uhr (1.Oktober-1.April), sonst 19.00 Uhr,
Dienstag: 18.00 Uhr (1.Oktober-1.April), sonst 19.00 Uhr,
Mttwoch: 8.00 Uhr,
Donnerstag: 8.00 Uhr,
Freitag: 8.00 Uhr,

Rosenkranz (täglich): 17.25 Uhr (1. Oktober - 1. April), sonst: 18.25 Uhr,
Beichtgelegenheit: vor der Abendmesse am Samstag oder nach Vereinbarung